Das Training der Nackenmuskulatur

Die Hauptfunktion der Halswirbelsäule ist es, den Kopf im Raum zu orientieren und gegen auftretende Kräfte zu stabilisieren. Dazu benötigen wir außergewöhnliche Mobilität bei gleichzeitig muskulärer Stabilität, sowohl während Bewegungen (z.B. Sport) als auch in Haltesituationen (z.B. Schreibtischarbeit).

Therapieablauf:

  • Ärztliche Diagnostik / med. Leitfaden
  • Biomechanische Funktionsanalyse
  • Wahrnehmungsschulung & Gymnastik
  • Muskelaufbau- & Stabilisationstraining
  • Erhaltungstraining

Der aktuelle Lebensstil unserer Gesellschaft führt zu einem messbaren Verlust (Dekonditionierung) muskulärer Sicherung im Nacken und damit zu einer wesentlichen Ursache von anhaltenden Schmerzen mit nachgewiesener Verfettung wichtiger Muskelgruppen. Eine sinnvolle Therapie muss daher zwingend die Dekonditionierung aufdecken, und behutsam den normalen muskulären Zustand wieder herstellen. Dazu müssen einerseits die kleinen, lokalen Muskeln im Training angesprochen werden und andererseits die gelenkübergreifenden Muskelketten systematisch trainiert werden. Neueste Erkenntnisse zeigen darüber hinaus, dass auch die Faszien Strukturen darstellen, die der Kraftübertragung dienen, und darüber hinaus in der Lage sind eigene Kräfte zu generieren, weshalb sie zudem einen weiteren Baustein im stabilisierenden System darstellen.

Ein erfolgreiches Nackentraining setzt daher genau hier an. Nach intensiver Untersuchung und Anamnese mit entsprechend standardisierter Befragung werden die lokalen Gelenkstabilisatoren des Nackens gemeinsam mit der Tiefensensibilität und dem Training des Lage-, Bewegungs- und Kraftsinn durchgeführt. Durch dieses Training der Bewusstmachung von Haltung, Koordination und Bewegung des Nackens mit Mitteln der Gymnastik und dem Einüben von aufrechter Haltung am Spiegel, können Bewegungsabläufe besser korrigiert und Gelenkwinkel einwandfrei reproduziert werden, eine Grundbedingung für das nachfolgende, intensivere Muskelaufbautraining.

Nach bewusster Aktivierung lokaler Stabilisatoren und verbesserter Haltungswahrnehmung erfolgen Dehnübungen verspannter Nackenpartien und erste Übungen am Trainingsgerät mit kleiner Amplitude. Je dosierter die Stabilisierung erfolgt, desto größer wird die Trainingsbewegung und langsam steigert sich dabei auch der zu überwindende Widerstand, so dass das Training von anfangs sehr leicht über etwas anstrengend nun allmählich als anstrengend empfunden wird.

Der Aufbau und die Belastungssteuerung obliegen dem Therapeuten, der anhand klinischer Parameter (Schmerzen, etc.) und trainingstherapeutischer Merkmale (Bewegungsqualität, Anstrengungsempfinden, Messergebnisse der biomechanischen Funktionsanalyse) diese einfühlsam steuert.

Sollte ein regelrechter Trainingsablauf problematisch sein, werden weiterführende Untersuchungen (Kieferbeteiligung, CMD, Schulter, Brustwirbelsäule) von unseren erfahrenen Therapeuten durchgeführt, um so der Schmerzursache auf die Spur zu kommen.

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